Wenn Zusammenhänge sichtbar werden: Systemische Aufstellungen im Coaching
Manchmal kennen wir unser Ziel – und kommen trotzdem nicht weiter. Wir denken über eine berufliche Veränderung nach, stehen vor einer wichtigen Entscheidung oder drehen uns bei einem bestimmten Thema immer wieder im Kreis.
Dann liegt die Herausforderung möglicherweise nicht darin, noch länger nachzudenken. Manchmal hilft es, die Situation aus einer anderen Perspektive zu betrachten.
Eine Methode, die dabei im Coaching eingesetzt werden kann, ist die systemische Aufstellung. Unsere Geschäftsführerin und Coachin Ines Dietrich beschäftigt sich seit vielen Jahren intensiv mit systemischer Arbeit und hat ihre Erfahrungen zuletzt im Zertifikatskurs „Systemische Aufstellungen“ an der Fachhochschule Potsdam weiter vertieft.
Über ihre Erfahrungen mit der Methode, die Weiterbildung und den Transfer in die eigene Coachingpraxis hat Ines kürzlich auch in einem Interview mit der Fachhochschule Potsdam gesprochen.
→ Zum vollständigen Interview: „Systemische Aufstellungen in der Praxis – eine Teilnehmerin berichtet“
Was sind systemische Aufstellungen?
Menschen betrachten Herausforderungen häufig zunächst aus ihrer eigenen unmittelbaren Perspektive: Was will ich? Was hält mich zurück? Welche Entscheidung soll ich treffen?
Doch gerade berufliche und persönliche Situationen entstehen selten isoliert. Beziehungen, Rollen, Erwartungen, Erfahrungen und das jeweilige Umfeld wirken zusammen.
Systemische Aufstellungen bieten eine Möglichkeit, solche Zusammenhänge sichtbar zu machen.
Elemente einer Situation – beispielsweise Personen, Ziele, Hindernisse, Aufgaben oder unterschiedliche Handlungsoptionen – werden räumlich dargestellt und miteinander in Beziehung gesetzt. Dadurch kann ein anderes Bild der Situation entstehen als allein im Gespräch.
Es geht dabei nicht darum, eine vermeintlich richtige Antwort vorzugeben. Vielmehr können neue Perspektiven entstehen, die anschließend gemeinsam reflektiert werden.
Vom Reden zum Wahrnehmen
Coaching lebt vom Gespräch. Gute Fragen können Denkprozesse anstoßen, neue Perspektiven öffnen und dabei helfen, eigene Lösungen zu entwickeln.
Doch nicht alles, was eine Entscheidung beeinflusst, lässt sich unmittelbar in Worte fassen.
Gerade bei komplexen Situationen kann es deshalb hilfreich sein, zusätzlich mit Methoden zu arbeiten, die Beziehungen und Zusammenhänge anders erfahrbar machen.
Hier liegt eine der Stärken systemischer Aufstellungen: Sie können helfen, Strukturen, Spannungen oder Zusammenhänge sichtbar zu machen, die vorher nur schwer greifbar waren.
Dadurch verändert sich mitunter auch der Blick auf die eigene Situation.
Eine Methode mit vielen Einsatzmöglichkeiten
Systemische Aufstellungen können in unterschiedlichen Kontexten eingesetzt werden – etwa im Coaching und in der Beratung, bei Team- und Organisationsfragen oder in Veränderungsprozessen.
Auch im Jobcoaching ergeben sich daraus zahlreiche mögliche Fragestellungen.
Zum Beispiel:
- Welche berufliche Richtung passt wirklich zu mir?
- Warum fällt mir eine bestimmte Entscheidung so schwer?
- Welche Rolle spielen Erwartungen anderer Menschen für meine Berufsentscheidung?
- Was hält mich davon ab, einen nächsten Schritt zu gehen?
- Welche meiner Fähigkeiten und Bedürfnisse berücksichtige ich bislang zu wenig?
- Wie positioniere ich mich zwischen mehreren beruflichen Möglichkeiten?
- Was brauche ich, damit aus einer Idee ein konkreter Weg werden kann?
Gerade bei beruflichen Veränderungen treffen häufig viele Faktoren gleichzeitig aufeinander: finanzielle Sicherheit, persönliche Wünsche, familiäre Rahmenbedingungen, bisherige Erfahrungen, eigene Werte und die Frage, was man sich für die Zukunft eigentlich wünscht.
Eine solche Situation lässt sich nicht immer auf eine einfache Pro-und-Contra-Liste reduzieren.
Weiterbildung gehört auch für Coaches dazu
Ines Dietrich arbeitet seit vielen Jahren als systemischer Coach und verfügt bereits über umfangreiche Erfahrung mit systemischen Methoden und Strukturaufstellungen.
Warum also noch eine weitere Weiterbildung?
Gerade darin zeigt sich ein wichtiger Grundsatz professioneller Coachingarbeit: Auch Coaches entwickeln ihre Methoden kontinuierlich weiter.
Für Ines war es besonders interessant, unterschiedliche Arbeitsweisen kennenzulernen, bestehendes Wissen weiter zu vertiefen und zusätzliche Ansätze für die eigene Praxis mitzunehmen.
Wichtig war dabei vor allem die Verbindung zwischen theoretischer Fundierung und praktischer Anwendung.
In ihrer Arbeit im Einzelcoaching nutzt sie systemische Aufstellungen bereits seit längerer Zeit. Durch die intensive Beschäftigung mit der Methode konnte sie ihre Anwendung weiter differenzieren und zusätzliche Möglichkeiten für unterschiedliche Coaching-Situationen erschließen.
Coaching bedeutet nicht, die Lösung vorzugeben
Dieser Gedanke ist für unsere Arbeit bei JobCoaching besonders wichtig.
Ein Coach sollte einem Menschen nicht erklären, welchen Beruf er ergreifen, welche Entscheidung er treffen oder wie er sein Leben gestalten soll.
Coaching schafft vielmehr einen Rahmen, in dem Menschen ihre eigene Situation besser verstehen, Möglichkeiten erkennen und Entscheidungen entwickeln können, die zu ihnen passen.
Manchmal entsteht Klarheit durch eine Frage. Manchmal durch ein Gespräch. Und manchmal dadurch, dass man die eigene Situation buchstäblich einmal aus einer anderen Perspektive betrachtet.
Systemische Aufstellungen können dafür ein weiteres Werkzeug sein.
Neue Perspektiven für berufliche Veränderungen
Wer sich beruflich neu orientiert, steht oft nicht nur vor der Frage: „Welcher Job passt zu mir?“
Dahinter liegen häufig wesentlich größere Fragen:
- Was ist mir wichtig?
- Welche Fähigkeiten möchte ich stärker nutzen?
- Welche Erwartungen bestimmen meine bisherigen Entscheidungen?
- Was möchte ich verändern – und was möchte ich behalten?
- Und welchen nächsten Schritt traue ich mir tatsächlich zu?
Genau diese Fragen machen gutes Jobcoaching zu mehr als einer Optimierung von Lebenslauf und Bewerbung. Es geht darum, einen beruflichen Weg zu entwickeln, der nicht nur auf dem Papier funktioniert, sondern auch zum Menschen dahinter passt. Und manchmal beginnt dieser Weg damit, Zusammenhänge sichtbar zu machen, die vorher noch nicht zu erkennen waren.
Mehr über Ines Dietrich und systemische Aufstellungen
Ines Dietrich ist Geschäftsführerin und Coach bei JobCoaching und begleitet Menschen bei beruflicher Orientierung, Veränderung und persönlicher Entwicklung.
Im Interview mit der Fachhochschule Potsdam berichtet sie ausführlicher über ihre Erfahrungen mit systemischen Aufstellungen, ihre Weiterbildung und darüber, wie sie die Methode in ihrer eigenen Coachingpraxis nutzt.
→ Zum Interview: „Systemische Aufstellungen in der Praxis – eine Teilnehmerin berichtet“
Du stehst selbst vor einer beruflichen Veränderung oder möchtest herausfinden, welcher nächste Schritt zu dir passt?
Dann sprich uns gerne an. In einem ersten Gespräch schauen wir gemeinsam, wo du gerade stehst und welche Unterstützung für dich sinnvoll sein kann.





